Pars prima. Von den Rössern
Den Tag über war ich auf der Weide bei den Rössern, den beiden, die mich hergezogen hatten. Auch sie wollten gepflegt sein. Ich striegelte sie, kratzte ihnen die Hufe aus und beschnitt das Horn.
Als solches getan war, legte ich ihnen das Zaumzeug an und ritt sie beide, ohne Sattel, wie ich es als Knabe gelernt hatte. Erst gemach, dass sie warm wurden, dann rascher, und zuletzt jagten wir im Galopp über die Felder, durch die Bäche und wieder zurück. Ritt ich das eine Ross, so jagte das andere frei daneben her. Es war ihnen eine Lust, und mir war es nicht anders.
Am Ende legte ich ihnen eine Decke auf den nassgeschwitzten Leib und liess sie zurück auf die Weide. Auch mir lief der Schweiss in Bächen, und ich ging heim zur Klause, legte das Gewand ab und schüttete mir etliche Eimer kalten Wassers über den Kopf. Erschöpfung und Erfrischung zugleich, und ich liess es mir wohl sein darin.
Ich bin ein alter Mann, und eben darum weiss ich: Solches ist das Leben, und nicht das Sitzen hinter dem Ofen. Es war es wert, am nächsten Tage die Mühsal in den Knochen zu spüren. Dieses Ausarbeiten des Leibes, dieses Aufgehen darin, ohne an irgendetwas zu denken, weil in der äussersten Mühsal kein Raum mehr ist für Gedanken, das ist die Natur in ihrer reinsten Gestalt.